Gustave Courbet in Saillon

am .

Courbet wuchs in einer gutbürgerlichen Familie im ostfranzösischen Jura auf. Auf Wunsch seiner Eltern studierte er ab 1837 Jura auf dem Collège Royal in Besançon, doch widmete er sich schnell mehr dem Zeichnen und begann bereits nach einem Jahr, Zeichenstunden bei Charles Antoine Flajoulot zu nehmen.

1840 verließ er Besançon, offiziell, um in Paris Rechtskurse zu nehmen, doch er nahm dort weiter Unterricht und entwickelte seine Technik, indem er im Louvre und anderen Museen die dortigen Kunstwerke vornehmlich spanischer und holländischer Meister kopierte. Er bemühte sich um Aufnahme seiner Werke im Pariser Salon, doch wurden nur drei seiner 20 eingereichten Bilder in den Jahren von 1841 bis 1847 angenommen, 1844 sein Selbstbildnis mit schwarzem Hund. Er lebte von der finanziellen Unterstützung seiner Familie. 1847 hatte er mit seiner Geliebten Virginie Binet einen gemeinsamen Sohn, doch sie verließ ihn 1850 und nahm den Jungen mit.

Courbet traf sich in der unweit von seinem Studio gelegenen Brasserie Andler, dem „Tempel des Realismus“, wie ihn Jules Champfleury nannte, mit anderen Künstlern und Intellektuellen wie Charles BaudelairePierre-Joseph Proudhon und Max Buchon, mit dem er bereits seit der Kindheit befreundet war. In dieser Runde entwickelte sich die neue Kunstströmung des Realismus.[2]

Im Jahr 1848, nach der Abdankung Louis Philippes, fand der Pariser Salon ohne Jury statt, und Courbet stellte zehn seiner Gemälde aus, die von der Kritik begeistert aufgenommen wurden. 1849 erhielt er für sein Gemälde Nach dem Essen in Ornanseine Goldmedaille, das Bild wurde vom Staat erworben. Er malte nun viele Szenen aus Ornans sowie Porträts seiner Familie und Freunde. Ein Begräbnis in Ornans, 1850/51 von Kritikern des Salons abgelehnt, weil es die religiösen Gefühle verletze, gilt heute als eindrucksvollstes Beispiel dieser Schaffenszeit. Courbets Bekanntheit wuchs durch das Aufsehen, das er erregte. Seine Bilder waren in ihrem Realismus, der die Einfachheit bildwürdig machte, dem neuen bürgerlichen Regime suspekt. Die scheinbare Bedrohung wuchs durch die Interpretationen, die unter anderem Pierre Proudhon seinen Bildern gab, auch wenn Courbet dies vermutlich nie selbst beabsichtigte. 

Vom Gefängnis befreit, flüchtet er sich in der Schweiz. Während seines Aufenthaltes Saillon hat er unter anderen die Höhle der Riesen(Giganten) gemalt, sich von Kehlen von Salentze inspirieren laßend, nahe der Quelle warmen Wassers der Bäder von Saillon und Ovronnaz.

Courbet-Saillon-Raymond Courbet-Saillon-Raymond Courbet-Saillon-Raymond Courbet-Saillon-Raymond Courbet-Saillon-Raymond Courbet-Saillon-Raymond

Die letzten Jahre

Nach der gewaltsamen Auflösung der Kommune wurde er wegen seiner Beteiligung an der Zerstörung der Vendôme-Säule zu sechs Monaten Gefängnis und 500 Francs Geldstrafe verurteilt. Er verbüßte die Strafe im Gefängnis von Sainte-Pélagie in Paris, durfte dort aber malen.

Sein Gesundheitszustand verschlimmerte sich in den folgenden Jahren. In der Klinik von Neuilly malte er 50 Bilder, die er allesamt verkaufen konnte. Im Mai 1873 verlangte die neue französische Regierung Schadenersatz für die zerstörte Vendôme-Säule in Höhe von 335.000 Francs; er floh in die Schweiz, in den ihm vertrauten Jura und dann an den Genfersee, ohne Hoffnung, die geforderte gewaltige Summe durch den Verkauf von Bildern aufzubringen.

In La Tour de Peilz verlebte er seine letzten Jahre, immer in der Hoffnung auf Schuldenerlass. Er beteiligte sich rege an Kunst-Ausstellungen in Genf, Lausanne, Neuenburg und anderen Orten der Schweiz.[7] Schließlich erkrankte er an der Wassersuchtund starb am 31. Dezember 1877. Seine Überreste wurden genau 100 Jahre später nach Ornans überführt.

Source : Wikipédia

Courbet-Saillon-Raymond

Gustave Courbet ist geboren am 10. Juni 1819 in Ornans bei Besançon, gestorben am 31. Dezember 1877 in La Tour-de-Peilz (VD). Französischer Maler, führender Kopf der „Realisten“. Sein Realismus löste Skandale aus.  Er war in den politischen Bewegungen seiner Zeit engagiert und einer der gewählten Vertreter der Kommune von 1871 die beschuldigt wurden, die Vendôme-Säule umgestürzt zu haben. Er musste sie auf eigene Kosten wieder aufrichten lassen, was ihn ruinierte. Aus dem Gefängnis entlassen floh er in die Schweiz. Während seines Aufenthalts in Saillon malte er unter anderem die Höhle der Riesen; die Schlucht der Salentze nahe der Quelle der Termalwasser von Saillon und Ovronnaz diente ihm dabei als Vorlage.

Courbet und die Kritiker seiner Zeit

Wie kaum ein anderer Künstler gründete Courbet seine Karriere gezielt auf Skandale. Die Wegmarken belegen dies: die Ausstellung der Badenden am Salon 1853 – die ihm in den meisten Zeitschriften jener Zeit heftigste Kritik eintrug – der (Gegen-)Pavillon des Realismus 1855, das Werk „Rückkehr von der Konferenz“ 1863 und seine Beteiligung an der Kommune von Paris 1871. Mehrere Studien haben diese gezielten Provokationen und die Teilhabe an den Konflikten seiner Zeit herausgearbeitet. Der Kunsthistoriker Thomas Schlesser schildert in „Réceptions de Courbet, Fantasmes réalistes“ , wie das Kreuzfeuer der Kritik das Bild eines  widerborstigen, ja aufrührerischen Künstlers prägte. Seine Gegner warfen ihm vor, mit seinen Bildern die Ordnung  zu stören, seine Freunde begrüssten sie als ehrlich und fortschrittlich.